Wudang Köln: Tag der Offenen Tür

Heute hatten wir in unserem Trainingsraum bei Wudang Köln Tag der Offenen Tür. Sollte ich darüber hier schreiben? Wenn ich tatsächlich ein Blog führen will, dann lautet die Antwortet ja. Haydi, gel!

Der Tag begann um zehn Uhr morgens und sollte laut Plan bis etwa halb fünf gehen. Mein Anzug war frisch gewaschen, ich war geduscht und hatte nicht gefrühstückt. Wie immer ein perfekter Einstieg in den Tag. Knapp um zehn Uhr an der Halle angekommen befürchtete ich zuerst, dass noch niemand da sei. Erleichtert sah ich aber schnell, dass sich schon einige eingefunden hatten, die gemütlich auf den neuen Bänken saßen und grünen Tee tranken.

Neben den bekannten Gesichtern waren tatsächlich auch schon um zehn Uhr einige Interessierte dabei. Wir begannen mit einem leichten Aufwärmtraining und Qi Gong. Dabei füllte sich unsere kleine Halle zusehends und gegen Mittag waren wir bestimmt dreißig Personen. Neben der Demonstration von den Fünf Tieren und anschließendem Nachmachen der Schildkröte und der Schlange gab es noch ein kleines Anwendungstraining und freies Tui Shou mit allen.

Florian hielt gegen Mittag einen kurzen Vortrag über die Wudang Berge, Xuan Wu und den Wundang Taiji Stil. Er sprach auch gleich zu Anfang die Kommerzialisierung des Wudang-Stils kritisch an. Besonders interessant fand ich die kurze Ausführung zur Geschichte. Neben den Legenden um Xuan Wu gibt es auch eine ganz aktuelle Historie. Demnach veröffentliche Großmeister You Xuan De in den 1980er Jahren eine Reihe von Lehrvideos. Sein Schüler Tang Li Long hielt einige Grundprinzipien fest und gibt sein Wissen noch heute an Ismet Himmet (You Li Han) weiter. Ismet wiederum hat zu dem Wudang-Stil ebenfalls eigenes hinzugefügt. Mir scheint auch die Geschichte des Wudang-Stils wie bei so vielen anderen Stilen eine ziemlich dynamische zu sein. Von einem “ursprünglichen” Taiji im Sinne Zhang Sanfengs kann nirgendwo mehr die Rede sein. Wie denn auch? Niemand weiß, ob der Mann jemals tatsächlich gelebt hat…

Zurück zum Programm des heutigen Tages. Nach einer kurzen Mittagspause, in der einige säulenstehend im Innenhof die Sonne genossen hatten, gab es noch einmal Vorführungen: Michael zeigte die 18er, Florian und der andere Michael die 64er, Jan und ich hatten die Ehre, die 36er vorzuführen. Leider haben wir dabei ein Bild ausgelassen, was wir aber geschickt überspielt haben. Ich hoffe, es fiel nicht weiter auf.

Den Tag haben wir dann ab drei Uhr mit Tee und Keksen ausklingen lassen. Der Tag der Offenen Tür ist wirklich gelungen. Es hat uns eine Menge Spaß gemacht und wenn ich an die Besucher denke, dann hatten auch sie etwas davon und einige werden ganz sicher in den nächsten Tagen wieder mit dabei sein. Herzlich Willkommen!