Struktur aus Haltung

Struktur – ich erwähnte es bereits – soll mein Ding beim Training in nächster Zeit sein. Dazu sollte ich mir mal Gedanken machen, was Struktur eigentlich ist. Und wie ich sie bekomme. Und wie ich sie wahre.

Struktur beginnt bei der Haltung. Um überhaupt Struktur entwickeln zu können, muss ich die richtige Haltung haben. Also die Wirbelsäule gerade, Ming Men raus, Becken gelöst, Ba Hui nach oben, Schultern entspannen. Diese Sachen. Das ist die Voraussetzung.

Haltung halten ist aber nur die halbe Miete. Kluge Köpfe sagen wohl, man müsse jetzt das Qi fließen lassen, um Struktur aufzubauen. Sicher. Qi fließen lassen. Wenn bei mir aber kein Qi fließt? Macht nichts, sage ich mir und weiter im Text.
Ist die Voraussetzung mit der Haltung geschaffen, ist vielleicht das Adjektiv “durchlässig” die Spur, die es zu verfolgen gilt. Wenn ich die Schultern hängen lasse und das Becken löse, sagt das noch nichts über meinen verspannt nach oben gereckten Nacken aus. Auch da muss aber Ruhe einkehren. Und überall anders. Ohne die Haltung aufzugeben. Ist das dann Song?

Jedenfalls meine ich dem Rätsel “Struktur” näher zu kommen, wenn zu der Haltung eine Durchlässigkeit kommt. Eine Durchlässigkeit, die meine Beine in den Boden sinken und meinen Kopf in den Himmel steigen lässt. Die meine Arme unabhängig von ihrer Position stehen lässt ohne dass sich Muskeln anspannen oder verkrampfen. Die meinen Gelenken das Gefühl gibt, einen Millimeter mehr Spielraum zu haben. Das ist dann vielleicht Struktur.