Qi Gong was?

Neben all dem Bagua Zhang, mit dem ich mich in letzter Zeit so viel beschäftige, kommt nicht nur das Taiji Quan ein wenig zu kurz. Vor allem auch dem Qi Gong sollte ich wieder mehr Zeit widmen. Darum hier die theoretisch-schriftliche Rückbesinnung auf das Qi Gong mit den wichtigsten Fragen: Wieso? Weshalb? Warum?

 

Was ist Qi Gong?

Qi Gong ist dem Namen nach “Energiearbeit”. Gong (chin. 功) bedeutet “Arbeit”. Qi (chin. 氣) lässt sich nur schwer übersetzen. Es kann Atem bedeuten, aber auch (Lebens-)Energie. Eine vielleicht angemessene Übersetzung ist “Odem”. Aber da dieses Wort für uns heute recht inhaltsleer geworden ist, wird es wohl besser sein, bei Atem und Energie zu bleiben.

 

Wie funktioniert Qi Gong?

Qi Gong besteht im wesentlichen aus einer Reihe von meditativen Bewegungsübungen. Diese Übungen sollen das Qi im Dan Tien, einem Energiezentrum knapp unterhalb des Bauchnabels im Körper, konzentrieren. Von dort aus soll es durch den gesamten Körper fließen.

 

Wozu ist Qi Gong gut?

Spätestens seit Barabara Beckers öffentlichem Geständnis in der Bld Zeitung wissen wir alle, das Qi Gong gut ist. Aber wofür? Zum einen ist es wegen seines meditativen Charakters bestens dazu geeignet Stress abzubauen und ruhiger und gelassener zu werden. Qi Gong Übungen haben aber auch positive Auswirkungen auf den Körper. Es dehnt und kräftigt die Muskulatur, beseitigt Verspannungen, verbessert die Haltung, fördert die Durchblutung und steigert das allgemeine Wohlbefinden.

Vorausgesetzt, Qi Gong wird regelmäßig geübt. Täglich regelmäßig. Es wird nicht funktionieren, wenn man einmal in der Woche oder gar noch seltener einen Sazt an Übungen abspult. Damit Qi Gong seine positiven Auswirkungen entfalten kann, muss es täglich über einen längeren Zeitraum geübt werden.

 

Welche Qi Gong Übungen gibt es?

Auch im Qi Gong gibt es unterschiedliche Schulen und Stile. Zu den bekanntesten Qi Gong Systemen gehören sicherlich die “Acht Brokat Übungen” oder auch “Acht Schätze” genannt. Sie bestehen aus acht relativ einfachen Bewegungen. Sie werden einzeln mehrere Male wiederholt bevor zur nächsten Übung übergegangen wird. Die Übungen tragen Namen wie “den Bogen spannen” oder “den Himmel stützen”. Davon muss sich aber niemand abschrecken lassen, sie sind wirklich sehr einfach und können praktisch ohne Vorkenntnisse von jedem erlernt werden. Man sollte sich aber auch nicht täuschen lassen: Gerade die scheinbar einfachen Dinge können bei näherem Hinsehen eine unglaubliche Komplexität entwickeln. Stille Wasser sind halt tief.

Neben diversen “statischen” Qi Gong Übungen, die überwiegend im Stehen und langsam ausgeführt werden, gibt es auch “dynamische” Qi Gong Systeme, die komplexere Bewegungen und auch Schrittfolgen enthalten. Hierzu zählen zum Beispiel die verschiedenen Tier Stile, bei denen es darum geht, die Bewegungen oder Charakteristika von (Fabel-)Tieren nachzuahmen oder nachzuspüren.

 

Wer kann Qi Gong machen?

Ausnahmslos jeder Mensch kann Qi Gong Übungen praktizieren. Denn mit dem Qi kann im Gehen, Stehen, Sitzen und Liegen gearbeitet werden. Der Haken an der Sache ist nur, dass Qi Gong erst einmal ein gehöriges Maß an Disziplin verlangt. Denn nach den ersten Stunden Unterricht im Qi Gong wird sich so manch einer sicherlich fragen, was das soll. Denn die positiven Auswirkungen stellen sich nicht über Nacht ein. Auch muss man sich auf das meditative Element im Qi Gong einlassen können. Das fiel mir zu Anfang zugegeben etwas schwer.

Zum Glück habe ich mich nicht abschrecken lassen, sondern mich mutig auf das Experiment Qi Gong eingelassen. Wirklich zum Glück. Denn das Qi Gong ist nicht nur für den Alltag ein Gewinn, weil ich ruhiger und gelassener geworden bin. Auch das Taiji Quan und andere Innere Kampfkünste können vom Qi Gong profitieren. Manche behaupten sogar, Taiji Quan funktioniere ohne Qi Gong nicht. Ich beginne langsam, diesen Worten Recht zu geben.