Kurze Geschichte des Chen Stils

Unter den fünf Familienstilen nimmt der Chen Stil eine besondere Rolle ein: Er ist der älteste der fünf Stile und somit auch der  Stil, der sich historisch am weitesten zurückverfolgen lässt. Seine Wurzeln liegen jedoch im Dunkel der Geschichte, sie verlieren sich im 17. Jahrhundert. 

Die ältesten schriftlichen Quellen zum Chen Stil stammen von Chen Wangting (1580-1660). Er stellte ein Kompendium aus verschiedenen, damals schon praktizierten Kampfstilen zusammen. Das von ihm entwickelte Training bestand aus verschiedenen Routinen. Über hundert Jahre später fasste Chen Changxing (1771-1853) sie zum heute noch bekannten und praktizierten „Alten Rahmen“ (Lao Jia) zusammen. Zur gleichen Zeit entstand der von Chen Youben entwickelte „Kleine Rahmen“ (Xiao Jia). Er umfasst wenigere und kürzere Formen und ist daher schneller zu erlernen.

Mit der Aufteilung in Lao Jia und Xiao Jia kam es im 19. Jahrhundert zu weiteren Veränderungen im Chen-Stil. Erstmals wurde einem Nicht-Familienmitglied erlaubt, die Kampfkunst der Familie Chen zu erlernen. Es war Yang Luchan (1799-1872), der nach seiner Ausbildung einen eigenen Familienstil entwickeln sollte: den Yang-Stil.

Heute gehört der Chen-Stil neben dem Yang-Stil zu dem am weitesten verbreiteten Stil. Seine weltweite Verbreitung begann mit Chen Fake (1887-1957). Chen Fake zog 1928 nach Beijing um dort den Chen-Stil des Taiji Quan zu unterrichten. Sowohl seine Schüler als auch später andere Familienmitglieder öffneten dann den Stil und unterrichteten auch außerhalb der Familie.

 

 

Weiterführende Links