Keine Knieschmerzen

Seit ich denken kann, also mit Beginn der Pubertät – was jetzt auch schon zwanzig Jahre her ist – hatte ich Knieschmerzen. Hatte. Denn das Taiji Quan hat meinen Knien geholfen. Wie es dazu kam oder besser, wie es nicht dazu kommen muss, Knieschmerzen zu haben, darum geht es in diesem Beitrag.

 

Schmerzen im Knie und keiner weiß warum

Doch der Reihe nach. Im zarten Alter von dreizehn oder vierzehn Jahren begann meine orthopädische Odyssee nach ersten Problemem mit den Knien. Zunächst wurde Morbus Schlatter, eine mehr oder weniger harmlose Wachstumsstörung, diagnostiziert. Dabei blieb es aber nicht und es gesellten sich die geballten Diagnosen, der Psychrembel zum Thema Knie zu bieten hat, dazu. Begleitet von unzähligen radiologischen Untersuchungen, dass meine Knie noch heute bei (un-)günstigen Wetterlagen im Dunkeln leuchten.

Doch was zu den permanenten Knieschmerzen führte, kann mir bis heute niemand sagen. Nur eines weiß ich: Taiji Quan tut meinen Knien gut. Allen Leidengenossen möchte ich hier einige Tipps geben. Aber Vorsicht, ich bin kein Mediziner und stelle darum voran: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Arme Knie

Schematische Darstellung des Knies

Schematische Darstellung des rechten Kniegelenks (Quelle: Wikicommons)

Die Knie haben es nicht leicht. Sie sind auf der einen Seite in ihrem Bewegungsumfang doch arg eingeschränkt. Sie können sich lediglich beugen und strecken und kaum rotieren. Die Streckung und Begung der Knie ist auf einen Radius von mageren 120-180 Grad beschränkt. Auf der anderen Seite sind die Knie mit das komplizierteste und wichtigste Gelenk im menschlichen Körper. Das merkt man spätestens dann, wenn man sich mal den Spaß macht und mit durchgestreckten Knien versucht zu gehen. Das geht praktisch gar nicht.

Außerdem wirken gewaltige Kräfte auf die Knie ein. Die Kniescheiben zum Beispiel werden mit bis zu 1.000 kp in ihr Gleitlager im Oberschenkelknochen gepresst, wenn wir die Knie beugen. Oder die Menisken, zwei Scheiben in jedem Knie innen und außen, die wie Apfelsinenscheiben die Auflagefläche zwischen Ober- und Unterschenkel vergrößern. Sie fangen bis zu 70% der gesamten Druckbelastung des Knies ab.

Allzu starke Belastungen der Knie können nicht nur zu schweren Verletzungen, wie Kreuzband- oder Meniskusriss führen. Großer Druck führt auch zu einem schnelleren Verschleiß, der oft irreparabel ist. Was also tun, um dem vorzubeugen? Ich habe mich an die folgenden vier Punkte gehalten und bin heute so gut wie befreit von meinen Knieproblemen. Also enthalte ich sie euch nicht länger vor:

 

Vier Tipps Knierschmerzen vorzubeugen

  1. Aufwärmen ist das A und O im Sport. Im wahrsten Sinne des Wortes alpha und omega. Richtiges Aufwärmen führt zu einer verbesserten Durchblutung. Die macht das Gewebe belastbarer, sorgt für eine ausreichende und gleichmäßige Versorgung mit Nährstoffen sowie den Abtransport von Stoffwechselprodukten. Und was das Knie angeht, so führt das Aufwärmen dazu, dass genug Gelenkflüssigkeit vorhanden ist. Die Gelenkflüssigkeit wirkt im Knie als Schmierstoff und vermindert somit die Reibung zwischen den Gelenken und den beteiligten Geweben. Auch nach dem Training ist eine leiche und gezielte Bewegung sinnvoll, um den Austausch der „verbrauchten“ Gelenkflüssigkeit anzuregen und durch Dehnung gestauchtes Gewebe zu entlasten.
  2. Fehlbelastung durch falsches Beugen vermeiden. Beim Beugen der Knie sollte man darauf achten, dass die Kniespitze nicht übder die Zehen hinaus ragt. Sind die Knie zu weit vorne, verringert sich die Auflagefläche im Gelenk was natürlich zu einem höheren Druck führt. Verteilt sich der Druck auf eine größere Fläche im Knie, sinkt automatisch die Belastung der beteiligten Partien. Einfache Physik mal praktisch umgesetzt.
  3. Fehlbelastung durch Torsion der Knie vermeiden, denn das ist besonders für die Menisken und Kreuzbänder Gift. Das Knie ist ein Klappgelenk. Das heißt, es ist nicht dafür gemacht, sich zu verdrehen. Kommt es dennoch zu einer Drehung im Kniegelenk, wird ein Meniskus zwischen Ober- und Unterschenkel förmlich in die Zange genommen. Auch der Zug an den Kreuzbändern steigt unnatürlich. Besonders gefährlich wird das, wenn das gedrehte Knie gleichzeitig gebeugt ist und belastet wird. Merke: Niemals auf dem Standbein drehen!
  4. Muskelkraft und Dehnung helfen, dass Knie zu entlasten. Je mehr Gewicht nicht mechanisch durch das Gelenk, sondern durch die Muskeln gehalten wird, desto besser für das Knie. Gleichzeitig kann aber auch ein Ungleichgewicht der Muskelkraft (Stichwort muskuläre Dysbalance) oder eine Verkürzung der Muskulatur zu Problemen führen. Darum empfiehlt es sich, zur Vorbeugung von Knieproblemen gezielt den Oberschenkel zu kräftigen und zu dehnen.

 

Letzte Warnung

Mehr Tipps sind eigentlich gar nicht nötig, um unbeschwert und frei von Knieschmerzen trainieren zu können. Ungeachtet des schon angesprochenen Hinweises, dass ich kein Arzt bin, zum Schluss aber noch den dringenen Tipp: Wenn was weh tut – und vor allem wenn es länger, öfter, heftiger weh tut – dann heißt es ab zu Onkel Doktor und nicht Laien-Blogs lesen. ;)