Hun Yuan auf einem Ball

Hin und wieder passiert es, dass es mir in der Hun Yuan Säule so vorkommt, als liegen meine Arme auf Watte. Dann brauche ich keine Kraft, sie oben zu halten und ich könnte – gefühlt – noch eine Ewigkeit so stehen. Heute ist das wieder passiert. Aber anders und viel intensiver.

Im Park hatte ich heute Abend ein wenig die Form trainiert und Grundschritte. Zum Abschluss, weil das herbstliche Wetter und die untergehende Sonne dazu einluden, habe ich noch Qi Gong gemacht. Es ging ziemlich schnell ziemlich gut von statten und die Säulen waren sehr entspannend. In der Hun Yuan Säule kam dann auf einmal dieses Gefühl von Armen auf Wattte auf.

Diese auf Watte gebetteten Arme habe ich einfach wahgenommen und sonst nicht weiter beachtet. Meine Aufmerksamkeit galt meiner Haltung und den Atem. Dann bemerkte ich, dass mein linker Arm ein wenig herunter hängt wohingegen der rechte etwas weit oben war. In dem Moment, wo ich die Armhaltung korrigieren wollte, bemerkte ich, dass die Arme nicht auf Watte, sondern auf einem Ball lagen. Zumindest kam es mir so vor.

Wenn ich den linken Armen angehoben habe, sank automatisch der rechte. Oder wenn ich den einen Arm bewusst nach unten gegen diesen Ball drückte, dann wurde der andere Arm parallel nach oben gedrückt. Wirklich gedrückt. Ich habe den Widerstand unter meinen Armen gespürt. Und auch wie meine beiden Arme verbunden waren, wenn ich das Gewicht auf diesem Ball verlagert habe. Es ging sogar soweit, dass ich damit regelrecht spielen konnte und nach links und rechts oder vor und zurück wippen konnte.

Hin und wieder ließ das Gefühl des Balls nach und meine Armen sanken automatisch nach unten. Aber mit ein oder zwei tiefen Atemzügen konnte ich den Ball wieder „aufpumpen“ und meine Arme lagen wieder weiter oben auf diesem vor mir schwebendem Ball. Faszinierend würde Spock wohl sagen. Oder nur mit der Augenbraue zucken. Die Vulkanier haben ja auch eine sehr ausgeprägte Meditationskultur. Die wüssten sicher mehr über dieses Phänomen zu berichten. ;)